Sasbachwalden: Der AldeGott-Genießerpfad

 
Wegbeschreibung
 
Mit den sagenumwobenen Gaishöll- Wasserfällen in Sasbachwalden startet der AldeGott-Genießerpfad. Auf 13 Brücken und 225 Stufen entlang der Wasserfälle kommen Sie auf den Hörchenberg/Bischenberg, wo die ersten Einkehrmöglichkeiten auf Sie warten. Nach einer Stärkung geht es direkt zu einem weiteren Höhepunkt, einer Kornmühle aus dem 18. Jahrhundert. Nun kommt der nächste kleinere Anstieg durch Kastanienwälder, Streuobstwiesen und Weinberge.
 
Entlang des alten Postweges und durch Hohlgassen hindurch faszinieren immer wieder die verschiedenen Eindrücke und Ausblicke auf den Ort, die Rheinebene und auf die Vogesen.
 
Etwa nach der Hälfte der Strecke eröffnet sich nun ein Weitblick auf den Schwarzwald und die Hornisgrinde. Auf dem Weg liegt das Weingut Königsrain und kurz darauf folgt das Weingut Schelzberg mit angeschlossener Gastronomie. Nach getaner Pause geht es zum Ursprung des „Alde Gottes“. Ein Bildstöckle zeugt von der Sage des Alde Gottes, einen weiteren Panoramablick gibt es gratis dazu. Vorbei an weiteren Obstwiesen, alten Fachwerk-Bauernhäusern und Schnapsbrunnen gelangt man wieder zum Startpunkt der Gaishöll-Wasserfälle.
 
Die 360 Grad sind geschafft und eine wunderbare Tour durch Natur- und Kulturlandschaften des Schwarzwaldes erlebt. Die Tour hat eine Länge von ca. 10 km und 3-5 Stunden verbringt man gerne auf diesem Weg.
 
Es gibt einen schönen ausgeschilderten Zuweg zum Genießerpfad, der zentral am Kurhaus „Zum Alde Gott“ startet. Ein kurzer Anstieg durch Weinberge führt die Wanderer zur „Badischen Bank", von der aus der Gast einen ersten Panoramablick über Sasbachwalden erhält.
 
Gut zu wissen
  • Startpunkt/ Zielpunkt: Gaishöll-Wasserfälle
  • Parken: Parkplatz Gaishöll-Wasserfälle, Gaishöllpark 4, 77887 Sasbachwalden
  • Öffentlicher Nahverkehr: Buslinie 7123 Achern – Sasbachwalden,
 
Informationen
Fromme Hirtenknaben sind der Legende nach die Begründer der Wallfahrt zur hl. Dreifaltigkeit in Sasbach-Hochfelden. So wird erzählt: als Hirtenknaben ihre Herden hüteten, da flog eines Tages ein Vöglein über sie weg, das ein weißes Blatt in seinem Schnabel trug und gerade über sie. herabfallen ließ. Voll Staunen hoben sie es auf und erkannten auf demselben ein Bild der Heiligen Dreifaltigkeit mit der Krönung Mariens. Sie hefteten dieses Bild an einen Baum und begannen davor zu beten. Bald kamen Kinder und Erwachsene aus dem Dorf, das Bild zu sehen und zu verehren. Um es zu schützen vor den Einflüssen der Witterung, bauten sie in primitiver Weise aus Asten und Zweigen eine kleine Kapelle - der unscheinbare Anfang der später mächtig aufblühenden Wallfahrt.
 
Am 2. Juli 1695 wurde mit dem Bau einer Kapelle begonnen, die infolge der aufblühenden Wallfahrt mehrmals erweitert und 1710 zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit einen neuen herrlichen barocken Hochaltar, Kanzel und Beichtstühle durch den berühmten Bildhauer Philip Winterhalder aus Gengenbach erhielt (er bekam dafür 500 Gulden in Goldgeld).
 
Bis zum Jahre 1803 wurde die Wallfahrt von drei Benediktinermönchen, die zum Kloster Schuttern gehörten und die Pfarrei Sasbach betreuten, mit versehen. Daran erinnern die beiden Mönchsfiguren auf dem Hochaltar: der hl. Benedikt und der hl. Gallus. In diese Zeit fällt der Höhepunkt der Wallfahrt.
 
Die Kirche ist in einfachem romanischem Stil, dem sogenannten Weinbrennerstil, unter der Leitung des Architekten Mors aus Rastatt, in den Jahren 1842 bis 1844 erbaut. Das absolute Kleinod der Kirche ist der Hochaltar aus der Zeit des besten Barock. Den Mittelpunkt bildet die Heilige Dreifaltigkeit mit der Krönung Mariens nach dem legendenhaften Bild, das den Hirtenknaben zufiel und in derselben Ausführung, wie es auf einem alten Ölgemälde von einem früheren Altar noch erhalten ist im Gasthaus „Zur Krone" neben der ehem. Wallfahrtskirche zu Sasbach-Hochfelden. Die Gruppe ist ein Meisterwerk der Barockschnitzerei, im Gesichtsausdruck und Haltung voller Leben und Dynamik.
 
Auf der Epistelseite (rechts) steht in Lebensgröße der heilige Augustinus, einer der großen Kirchenlehrer (gestorben 430), der am tiefsinnigsten über das Leben der hl. Dreifaltigkeit geschrieben hat. Unter der schönen, hochragenden Figur sehen wir den legendären Engel mit dem silbernen Löffel, mit dem er eher das ganze Meer in eine kleine Sandgrube schöpfen, als Augustinus mit seinem Verstand das Geheimnis der Dreifaltigkeit erfassen könne. Auf der anderen Seite steht der hl. Ambrosius (gest. 397), der in Wort und Schrift das Dogma der Dreifaltigkeit gegen die Irrlehrer der Arianer verteidigte. Er war auch das auserlesene Werk Gottes zur Bekehrung des hl. Augustinus.
 
In der oberen Nische des Altares steht in schöner Ausführung die heilige Familie. Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Kind, die durch das Band der Liebe und durch die körperliche Gemeinschaft des Blutes zu einer Einheit zusammengeschlossen sind, ist das schönste irdische Abbild der Heiligen Dreifaltigkeit.
 
Über den beiden Altarsäulen erheben sich die zwei Heiligen im Ordensgewand des hl. Benedikt, wohl Benedikt selbst und der heilige Gallus. Der Grund liegt darin, dass Benediktiner von Schuttern über 100 Jahre die Wallfahrt in Sasbach-Hochfelden besorgten.
 
Hoch oben, den Altar überragend, erhebt sich die Prachtfigur St. Michael mit Waage und Schwert. In der einen Waagschale eine arme Seele, in der anderen Waagschale ein schwerer Stein, unter ihr zieht ein kleiner schwarzer Teufel. Die Waage ist das Sinnbild der Gerechtigkeit. St. Michael gilt als Führer der Seelen zum Gericht Gottes.
Besondere Erwähnung verdient die Pieta auf der linken Seite, ein herbes, bäuerliches Schnitzwerk, das im oberitalienischen Raum gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstand. Auffallend zart geschnitzt ist der leicht nach vorn geneigte Kopf Jesu. Hier begegnet uns Maria im tiefsten Leid ihres Lebens, dort auf dem Hochaltar sehen wir sie in der Vollendung des Himmels.